Dieter Poik

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Der Kleine Prinz, Antoine des Saint-Exupèry

Diese Worte beschreiben den Weg, den man zu gehen hat, will man das Lebendige schauen. Will man einen Menschen kennen lernen, sein Denken, Fühlen und Handeln begreifen, seinen Schmerz verstehen und ihm helfen, Wege der Heilung zu finden, so gilt es, ihn mit dem Herzen zu betrachten.

Das, was man dann sieht, kann man unter dem Wissen zu verstehen suchen, das man sich über den Menschen angeeignet hat. Dazu gehört das Verständnis der Anatomie und körperlicher Abläufe ebenso, wie jenes energetischer Zusammenhänge und grundlegender, menschlicher Bedürfnisse, systemischer Hierarchien und Gesetze, …

Der Weg der Hilfe und Begleitung wiederum erfordert Werkzeuge und Methoden, die Zugänge öffnen, damit der betroffene Mensch therapeutische* Impulse einlassen kann. Sie können der Beginn eines Weges sein, der ihn aus Spannung, Blockade, Schmerz und funktioneller Störung führt zu einem ihm entsprechenden Regulationsgleichgewicht.

Ich bin seit nunmehr 18 Jahren als Unterrichtender im Gesundheitsbereich tätig, habe in Ausbildungen zum Heilpraktiker und Masseur (in Deutschland) sowie zum Naturpraktiker (in Österreich) mitgewirkt. Diese Erfahrungen und jene aus meiner Praxistätigkeit sind in das Konzept der vorliegenden Ausbildungsstruktur eingeflossen, welche die Studierenden ermächtigen soll, den oben genannten Ansprüchen gerecht zu werden.


Mein eigener Zugang ist die Arbeit mit und über den Körper als Werkzeug und Spiegelbild des Menschen. Er ist Ergebnis von Millionen Jahren an Evolution, unübertroffen in der komplexen Vielfalt an Möglichkeiten und Fähigkeiten, dem Leben zu begegnen, sich anzupassen, auszudrücken, zu verändern und kreativ tätig zu sein. Dementsprechend ist er ein bisher unerreichbar feines Wahrnehmungsinstrument, welches die Eindrücke der ihn umgebenden Welt filtert, verarbeitet, gewichtet, ordnet und in sein Funktionieren eingliedert. Mit ihm zu arbeiten, sei es auf der Ebene der Knochen, der Muskeln und Faszien, des Bindegewebes, der Haut oder der Meridiane gleicht einem Zwiegespräch mit allen Ebenen lebendiger Existenz, vorausgesetzt, man kann deren Sprache lauschen und sie verstehen. Dann vermag sie von Erlebtem, Erlittenem, Macht und Ohnmacht, Kontrolle und Loslassen, Geborgenheit und Verletzung, Selbstschutz, Angst und Vertrauen zu erzählen, von Freiheit und Gefangenschaft, Stabilität und Flexibilität und vielem anderen.

Dies versuche ich in der Ausbildung zu vermitteln. Es ist eine große und schöne Reise in das Land des bewussten Menschseins, die hier oft ungeahnte Blickwinkel eröffnet und ein neues Schauen beginnen lässt.“